Freitag, 16. Oktober 2015

WOMAN TO WATCH: JACKIE KENNEDY


Ich finde, Vorbilder werden in unserer unverbindlichen Zeit stark unterschätzt. Jedes Mädchen sollte ein Vorbild haben, an dem sie sich orientieren kann, wie an einem Fixstern am Himmel. Ich habe gleich eine ganze Reihe an Vorbildern, auf die ich gerne zurückgreife, wenn ich unsicher bin oder Rat brauche. In dieser Rubrik möchte ich in Zukunft jeden Monat, eine starke und inspirierende Frau vorstellen, von der man etwas besonderes lernen kann.

Den Anfang macht mein persönliches Idol: Jackie Kennedy. Wann immer ich in einer Krise stecke, stelle ich mir die Frage "Was würde Jackie tun?". Die Antwort ist eigentlich immer dieselbe, aber eine sehr fundamentale: Sie hätte Haltung bewahrt. Eine Fähigkeit, die nicht mehr sehr geläufig ist. Heute gibt es schließlich nur noch sehr wenig, was als wirklich verwerflich betrachtet wird, daher ist es auch kein Problem, seine Befindlichkeiten in jeder Situation voll auszuleben. Haltung und Selbstdisziplin sind da eine sehr nette Abwechslung. Ich versuche immer wieder, mich daran zu erinnern, nicht nur in Krisensituationen, sondern auch im Alltag. Auf eine aufrechte Körperhaltung achten. Nicht jammern ("Ich bin müde. Ich hab Hunger. Mir ist kalt."). Lächeln. Höflich sein. Nie die guten Manieren vergessen. Und auch in schwierigen Situationen nicht die Contenance verlieren. Man weiss schließlich nie, wen man im Leben noch einmal wieder trifft.


Eine weitere Eigenschaft, die ich an Jackie Kennedy sehr bewundernswert finde: Sie war eine hervorragende Zuhörerin. In ihrer Biografie erinnern sich unterschiedliche Personen daran, dass sie selbst nur selten etwas von sich preis gab, dafür anderen besonders aufmerksam zuhörte. Man muss das Gefühl bekommen haben, ihr Gesprächspartner sei der einzige Mensch im Raum, den sie wirklich sehen wollte. Ha! Ist es nicht großartig, wenn man dieses Gefühl vermitteln kann? Ertappt ihr euch manchmal dabei, dass ihr während einer Unterhaltung immer wieder auf euer Handy schaut, den Blick umherschweifen lasst oder eure Gedanken an ganz andere Orte wandern? Ich auch. Pfui! Zuhören ist eine sehr nützliche Kunst, die man unbedingt kultivieren sollte. Haltet immer Augenkontakt, wendet euren Oberkörper dem Gesprächspartner zu, verschränkt die Arme nicht. Lächelt. Fragt nach. Ich stelle mir immer gerne vor, ich müsste meinen Gesprächspartner für einen Zeitungsartikel interviewen. Was müsste ich dafür wissen? So fallen mir immer interessante Fragen ein.


Nicht zu vergessen: Jackie hatte einen phänomenalen Kleidungsstil! Klassisch und zeitlos, aber niemals langweilig. Von ihr stammt der kluge Grundsatz "Pearls are always appropriate." Daneben kommt man sich mit seinem übervollen Kleiderschrank wie der letzte Messi vor? Wusstet ihr, dass Jackie Kennedy ein echter Shopaholic war und überhaupt nicht mit Geld umgehen konnte? In ihrer Zeit im weißen Haus ersann sie die skurrilsten Sparmaßnahmen, um sich weiterhin teure Kleidung leisten zu können, die regelmäßig den höchsten Posten auf den monatlichen Rechnungen einnahm. Diesen Gedanken finde ich sehr tröstlich, wenn ich selber mal wieder über die Stränge geschlagen habe (auch wenn das an dem Problem natürlich nichts ändert).

Zum weiterlesen und schauen: Sehr empfehlenswert ist die Biografie von Sarah Bradford.  Wer sich für Jackies modischen Stil während der Jahre im weißen Haus interessiert, dem sei dieses Meisterwerk ans Herz gelegt. Diese Dokumentation auf Youtube ist sehr interessant und voll mit tollen Bildern. Ich wünsche euch einen großartigen Tag!

Kommentare:

  1. Liebe Kathrin, ich stimmt Dir voll und ganz zu! Du hast zu Beginn ganz wunderbar in Worte gefasst, warum zB auch mir mein Vorbild so wichtig ist. Den Punkt, dass man stets die Haltung bewahren sollte, habe ich auch von meinem Vorbild, Kronprinzessin Victoria, gelernt.
    Also alles in allem ein sehr gelungener Artikel! Danke Dir! Ich freue mich bereits auf die Fortsetzung der Reihe! :)
    Liebe Grüße

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  2. Danke für den schönen Beitrag! Seinem Gegenüber intelligent zuhören können und die eigenen Befindlichkeiten nicht penetrant in den Vordergrund zu stellen sind Eigenschaften, die in der Tat aus der Mode gekommen sind. Es ist schließlich so leicht geworden, sich selbst jederzeit in den Mittelpunkt zu stellen (Wifi und Selfie sie Dank...) und seine "five seconds of fame" zu feiern. Umso interessanter ist es daher zu sehen, wie wirklich berühmte Persönlichkeiten mit ihrer zentralen Rolle umgegangen sind.

    Jackie Kennedy ist übrigens für mich aus einem weiteren Grund ein weibliches Vorbild. Sie war im letzten Drittel ihres Lebens eine erfolgreiche Karrierefrau, die sich flexibel veränderten Umständen anpassen konnte. Sie hat nach ihrer zweiten Ehe bis zu ihrem Tod 1994 als Redakteurin in einem Verlag gearbeitet und dabei nie die First Lady-Karte ausgespielt, sondern sich allein auf ihr Talent berufen.

    Ich finde diese Entwicklung besonders faszinierend, wenn man bedenkt, dass Jackie Kennedy so viele Rollen in ihrem Leben eingenommen hat: Frau an der Seite JFKs, First Lady, junge Witwe und Mutter, Modeikone, und reiche Erbin des Onassis. Erst in ihrer letzten Rolle konnte sie ihre eigenen Bedürfnisse erfüllen: selbständig arbeiten zu können, ihre überragende Intelligenz einzusetzen und sich ein wenig Privatsphäre zu bewahren.

    Madame von
    blogmadame - toujours chic

    https://blogmadameblog.wordpress.com



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